WiBU Wissen

Fachwissen ist unabdingbar

WiBU möchte Sie mit Fachwissen unterstützen, um Ihnen den Pflegealltag zu vereinfachen. Wir haben Ihnen auf dieser Seite umfangreiche Informationen zusammengestellt, so dass Sie zu zahlreichen Fragen, die im Alltag täglich aufkommen, möglichst schnell Antworten finden oder aber auch in aller Ruhe bestimmte Themen nachlesen können.

Gerne stehen wir Ihnen darüber hinaus auch persönlich mit Rat zur Seite.

WICHTIGE INFORMATIONEN

COVID-19

Wir haben für Sie wichtige Unterlagen zur Thematik Corona / COVID-19 zusammengestellt. Bei weiteren Fragen sprechen Sie uns bitte an. Die WiBU HygienefachberaterInnen stehen Ihnen mit Fachwissen gerne zur Seite. Außerdem finden Sie weitere aktuelle Informationen auf den Seiten des Robert Koch Instituts. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Einrichtung alles Gute. Bleiben Sie gesund!

WiBU Desinfektionsplan COVID 19 stationär blanko

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WiBU Desinfektionsplan COVID 19 stationär WiBU Produkte

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WiBU Desinfektionsplan COVID 19 ambulant blanko

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WiBU Desinfektionsplan COVID 19 ambulant WiBU Produkte

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WiBU Ablaufplan Anlegen von Schutzmasken

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WiBU Informationen Aufbereitung von Schutzmasken

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WiBU Informationen zum Mund-Nasen-Schutz

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Titel WiBU Wissen Desinfektion

Handbuch "Desinfektion"

Keine Chance für Keime & Co.

In dieser Ausgabe der Reihe „WiBU Wissen“ finden Sie das Wesentliche zum Thema „Desinfektion“ – von gesetzlichen Grundlagen über Hände- und Flächenhygiene bis zu Checklisten. Damit sind Sie auf dem neuesten Stand – und dem besten Weg zum Hygienehelden.

Titel WiBU Wissen Rundum geschützt

Handbuch "Rundum geschützt"

Von Mensch zu Mensch.

Einmal-Handschuhe sind im Pflegealltag unverzichtbar. Dieses Büchlein erklärt die Symbole auf den Verpackungen und unterschiedlichen Materialien, gibt Tipps für die Einsatzbereiche sowie zum An- und Ausziehen. Ihre wichtigsten Helfer – die Hände – sind damit bestens geschützt.

Gefahrstoffsymbole

Was bedeutet welches Symbol?

Sie möchten Ihre Sicherheitsdatenblätter noch besser verstehen? Die wichtigsten Gefahrstoffsymbole haben wir hier für Sie zusammengestellt.  

Hygienehelden_shutterstock_403222459

Listungen

Listungsverfahren und Bedeutung

VAH (Verbund für angewandte Hygiene):

Listung erfolgt durch diverse Tests mit anschießender Prüfung nach Standards und strengen Kriterien.

Generell gilt: Für die laufende Desinfektion in allen stationären und ambulanten        
Pflegeeinrichtungen.

RKI (Robert Koch Institut)

Listung erfolgt durch Tests mit strengeren Kriterien als bei der VAH Listung. Es werden pathogene Keime mit höheren Resistenzen verwendet.

Generell gilt: Für die Desinfektion im Infektionsfall bei meldepflichtigen Erregern in allen stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen

IHO (Industrieverband Hygiene & Oberflächenschutz)

Eintragungen werden von Herstellern selbst vorgenommen und mit Gutachten belegt.

DVG (Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V.)

Listung erfolgt nach Prüfung durch die DVG. Liste enthält Produkte für den Lebensmittelbereich und die Tierhaltung.

 

 

RKI / VAH

Nach welcher Liste wähle ich Desinfektionsmittel aus?

VAH steht für Verbund für Angewandte Hygiene. RKI ist die Abkürzung für Robert-Koch-Institut. Beide Institutionen geben eine Desinfektionsmittel-Liste heraus. Diesen Listen können Sie entnehmen, wann welches Mittel zum Einsatz kommen darf oder muss.

Die VAH-Liste:
Die Desinfektionsmittel-Liste des VAH ist eine Empfehlung für wirksamkeitsgeprüfte Produkte zur prophylaktischen oder routinemäßigen Desinfektion. Sie enthält Desinfektionsmittelverfahren sowie eine alphabetische Auflistung der Präparate inklusive Wirkstoffbasis, Einwirkzeiten und Konzentrationen.

Die RKI-Liste:
Bei behördlich angeordneten Entseuchungen dürfen nur geprüfte und von den zuständigen Bundesoberbehörden bekannt gemachte Desinfektionsmittel und -verfahren verwendet werden (gem. § 18 IfSG). Die Mittel, die dafür angewendet werden können, werden vom RKI in einer Liste veröffentlicht.

Wichtig:
Alle Desinfektionsmittel für die routinemäßige Desinfektion sollten VAH-gelistet sein. Bei Ausbruchgeschehen und behördlich angeordneten Entseuchungen sind Mittel aus der RKI-Liste zu verwenden.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Zu den Bereichen Reinigung und Desinfektion gehört Klarheit. Auch in der Information. Wir haben die häufigsten Fragen unserer Kunden gesammelt und beantwortet. Sollten Sie danach immer noch Klärungsbedarf haben, kontaktieren Sie uns gerne.

  • Sterile oder unsterile Handschuhe?

    Im Pflegealltag werden in der Regel unsterile Handschuhe benutzt. Sterile Handschuhe finden vor allem bei OPs Verwendung.

  • Welche Handschuhe müssen getragen werden?

    Latexhandschuhe: Für Arbeiten, bei denen viel Fingerspitzengefühl erforderlich ist, sind sie die ideale Wahl. Doch Vorsicht: Gegen Latex kann die Haut allergisch reagieren. Der Handschuh sollte daher nicht mehr als 30 Mikrogramm Latexproteine aufweisen, empfiehlt die Berufsgenossenschaft.

    Nitrilhandschuhe: Sind eine gute Alternative zu Latex, da Allergien nur äußerst selten auftreten. Nitril ist weich und sehr elastisch. Handschuhe aus diesem Material eignen sich also für alle Arbeiten, die ein hohes Tastgefühl erfordern, und sind auch zur Verarbeitung von Lebensmitteln geeignet. Zudem ist Nitril äußerst widerstandsfähig und daher auch im hochinfektiösen Bereich einsetzbar.

    Vinylhandschuhe: Sind sehr hautverträglich, haben ein angenehmes Tragegefühl und lösen nur sehr selten Allergien aus. Die phthalatfreie Variante (frei von bedenklichen Weichmachern) kann sogar bei der Zubereitung von Lebensmitteln eingesetzt werden und darf dabei für kurze Zeit in direktem Kontakt mit nicht fetthaltigen Lebensmitteln stehen. Achten Sie einfach auf das Messer/Gabel-Symbol auf der Unterseite der Verpackung.

    PE-Handschuhe: Für einfache Aufgaben im Haushalt und im Bereich der Reinigung sind sie gut geeignet. PE-Handschuhe sind je nach Materialstärke unterschiedlich reißfest.

  • Was sollte vor Anziehen der Handschuhe beachtet werden?

    Das Material des Handschuhs muss für die anstehende Tätigkeit geeignet sein!

    Habe ich die richtige Größe gewählt? Ein zu weiter Handschuh erleichtert das Eindringen von Flüssigkeiten.

    Ist der Handschuh unbeschädigt? Schon ein einziges kleines Loch kann die Schutzfunktion
    stark beeinträchtigen.

    Nicht vergessen: Vor Arbeitsbeginn oder spätestens vor dem Anziehen Handschutzcreme benutzen und vollständig einziehen lassen.

    Ihre Hände sollten sauber und trocken sein. Bei feuchten Händen besteht die Gefahr, dass die Hornschicht aufquillt und somit durchlässiger für das Eindringen schädlicher Substanzen ist.

    Legen Sie Ringe und anderen Handschmuck ab. Dieser könnte die Handschuhe beschädigen. Gleiches gilt auch für lange Fingernägel.

     

  • Welche persönliche Schutzausrüstung muss ich zum Schutz vor Clostridioides Difficile (CDI) tragen?

    ACHTUNG: Erst Händedesinfektion, dann Händewaschung und Hautschutz erneuern.

    Schutzkleidung: Vor Betreten des Zimmers anlegen und vor Verlassen des Zimmers ablegen und entsorgen

    Einmal-Schutzkittel: Bei engem Bewohner-/Patientenkontakt, z.B. beim Bettenbauen

    Flüssigkeitsdichte Einwegschürzen: Für Tätigkeiten, bei denen es zum Durchfeuchten der Kleidung kommen kann

    Mund-Nasen-Schutz: Bei der vorhersehbaren Entstehung von Aerosolen des Bewohners/Patienten

    Einmal-Handschuhe: Grundsätzlich empfohlen bei allen Tätigkeiten

    Sonstige Maßnahmen

    Wäsche: Im Zimmer im flüssigkeitsdichten Wäschesack sammeln und einem desinfizierenden Waschverfahren zuführen. Als Infektionswäsche kennzeichnen.

    Abfall: Behandlung als Abfall Gruppe B (AS 18 01 04). Kein Sortieren, Umfüllen, Vorbehandeln. Reißfestes, dichtes Behältnis nutzen

  • Welches Produkt nehme ich bei Clostridioides Difficile (CDI)?

    Händedesinfektion: VAH-gelistetes Produkt und anschließende Händewaschung

    Flächendesinfektion: VAH-gelistetes Produkt mit sporizider Wirkung

  • Welche persönliche Schutzausrüstung muss ich zum Schutz vor Noro tragen?

    Schutzkleidung: Bei Betreten des Zimmers anlegen und vor Verlassen des Zimmers ablegen und entsorgen

    Einmal-Schutzkittel: Bei engem Bewohner-/Patientenkontakt, z. B. beim Betten

    Flüssigkeitsdichte Einwegschürzen: Bei Tätigkeiten, bei denen es zum Durchfeuchten der Kleidung kommen kann

    FFP 2 Maske (Atemschutzmaske): Bei der vorhersehbaren Entstehung von Aerosolen des Bewohners/Patienten

    Einmal-Handschuhe: Grundsätzlich empfohlen bei allen Tätigkeiten

    Sonstige Maßnahmen

    Wäsche: Im Zimmer im flüssigkeitsdichten Wäschesack sammeln und einem desinfizierenden Waschverfahren zuführen. Als Infektionswäsche kennzeichnen.

    Abfall: Behandlung als Abfall Gruppe B (AS 18 01 04). Kein Sortieren, Umfüllen, Vorbehandeln. Reißfestes, dichtes Behältnis nutzen

     

  • Welches Produkt nehme ich bei Noro?

    Händedesinfektion: RKI-gelistetes Mittel, Wirkungsbereich AB

    Flächendesinfektion: RKI-gelistetes Mittel, Wirkungsbereich AB

  • Welche persönliche Schutzausrüstung muss ich zum Schutz vor multiresistenten Erregern wie MRSA, MRGN und ESBL tragen?

    Schutzkleidung: Bei Betreten des Zimmers anlegen und vor Verlassen des Zimmers ablegen und entsorgen

    Einmal-Schutzkittel: Bei engem Bewohner-/Patientenkontakt, z.B. beim Bettenmachen

    Flüssigkeitsdichte Einwegschürzen: Für Tätigkeiten, bei denen es zum Durchfeuchten der Kleidung kommen kann

    Mund-Nasen-Schutz: Bei der vorhersehbaren Entstehung von Aerosolen des Bewohners/Patienten

    Einmal-Handschuhe: Grundsätzlich empfohlen bei allen Tätigkeiten

    Sonstige Maßnahmen:

    Wäsche: Im Zimmer im flüssigkeitsdichten Wäschesack sammeln und einem desinfizierenden Waschverfahren zuführen

    Abfall: Behandlung als Abfall Gruppe B (AS 18 01 04). Kein Sortieren, Umfüllen, Vorbehandeln. Reißfestes, dichtes Behältnis nutzen.

  • Welches Produkt nehme ich bei multiresistenten Erregern wie MRSA, MRGN und ESBL?

    Händedesinfektion: VAH-gelistetes Produkt, Wirkungsbereich A

    Flächendesinfektion: VAH-gelistetes Produkt, Wirkungsbereich A

  • Wie bereite ich ein Tuch-Spendersystem auf?

    Folgende Reinigungs- und Desinfektionsschritte sind zu beachten:

    Reinigung:

    Handschuhe anziehen und ggf. Vlies- und Flüssigkeitsreste entsorgen.

    Innenseiten und Rand des neuen oder restentleerten Spenders mit einem in alkoholischem Reinigungsmittel (z. B. WiBUplus Alkoholreiniger) getränkten Einmaltuch gründlich 1 Minute reinigen. Vollständig trocknen lassen.

    Desinfektion:

    Innenseiten und Rand des Spenders mit einem in alkoholischem Desinfektionsmittel

    (z.B. WiBUplus Schnelldesinfektion Lemon) getränkten Einmaltuch gründlich 1 Minute desinfizieren.

    Alternativ kann der Eimer auch maschinell aufbereitet werden: Beste Ergebnisse lassen sich mit Desinfektions- und Reinigungsgeräten erzielen. Hierzu können Geschirrspülmaschinen verwendet werden.

     

  • Wie bereite ich ein Spendersystem manuell auf?

    Erst kommt die Reinigung, dann die Desinfektion!

    Folgende Schritte sind zu beachten:

    Reinigung:

    Spenderflasche entnehmen

    Steigrohr mit einem Einmaltuch abwischen

    Dosiereinheit entnehmen, unter fließendem heißen Wasser reinigen und das Steigrohr durchspülen

    Spendergehäuse mit einem feuchten Tuch abwischen. Bei hartnäckigen Verschmutzungen ggf. den Spender demontieren und ebenfalls unter fließendem heißen Wasser reinigen

    Spendergehäuse und Dosiereinheit vollständig trocknen lassen

    Desinfektion:

    Nach der Reinigung die Dosiereinheit, das Spendergehäuse und die Wandhalterung mit einem alkoholischen Flächendesinfektionsmittel abwischen. Einwirkzeit beachten!

    Dosiereinheit wieder in den Spender einbauen

    Danach Originalflasche (z.B. Waschlotion, Pflegelotion, Händedesinfektionsmittel) wieder in den Spender einhängen

    Ca. 2-3 Mal durchpumpen, bis das reine Produkt aus dem Spender kommt

  • Wie oft sollte ein Spendersystem aufbereitet werden?

    Aufgrund der Empfehlungen des RKI zur Infektionsvorsorge und Hygiene sollten Spender und Pumpen regelmäßig, d.h. bei jedem Flaschenwechsel, gereinigt und desinfiziert werden.

     

  • Wie ist das Mischverhältnis der Flächendesinfektion?

    2.487,5 ml Wasser + 12,5 ml Desinfektionsmittel = 2,5 Liter
    0,5 % ige fertige Gebrauchslösung

    2.475 ml Wasser + 25 ml Desinfektionsmittel = 2,5 Liter
    1,0 % ige fertige Gebrauchslösung

    2.450 ml Wasser + 50 ml Desinfektionsmittel = 2,5 Liter
    2,0 % ige fertige Gebrauchslösung

    2.375 ml Wasser + 125 ml Desinfektionsmittel = 2,5 Liter
    5,0 % ige fertige Gebrauchslösung

    2.425 ml Wasser + 75 ml Desinfektionsmittel = 2,5 Liter
    3,0 % ige fertige Gebrauchslösung

  • Wie setze ich eine Lösung zur Flächendesinfektion an?

    So setzen Sie eine LÖSUNG zur Flächendesinfektion an:

    Wichtig: Chemikalienschutzhandschuhe und Schutzbrille tragen!

    Menge der fertigen Gebrauchslösung bestimmen

    Kaltes Wasser abmessen und in ein sauberes Gefäß füllen

    Konzentrat abmessen und hinzufügen

    Fertige Gebrauchslösung umrühren

    Ansatzetikett¹ ausfüllen und Behältnis damit kennzeichnen

    Die Gebrauchslösung abgedeckt lagern und mindestens täglich erneuern

    ¹ Artikel Nr. 804859

  • Wie desinfiziere ich sicher Flächen?
    1. Chemikalienschutzhandschuhe tragen
    2. Konzentrate richtig ansetzen
    3. Keine Mittel mischen
    4. Kaltes Wasser zum Ansetzen verwenden
    5. Grobe Verschmutzungen vorab entfernen
    6. Einwirkzeit einhalten
    7. Standzeit beachten
    8. Mit Trinkwasser nachspülen, wenn Kontakt mit Lebensmitteln besteht
    9. Flächen vollständig benetzen
    10. Einmalartikel verwenden oder hygienisch aufbereiten
  • Welche Flächen muss ich WANN desinfizieren?

    Risikobewertung: Die Gegebenheiten vor Ort sowie eine Bewertung des Infektionsrisikos bilden die Grundlage für die Festlegung des Umfanges der erforderlichen Maßnahmen. Diese werden im Hygieneplan festgehalten. Eine Desinfektion dient der Inaktivierung von Krankheitserregern, so dass eine Infektion nicht mehr wahrscheinlich ist.

    Routinemäßige Desinfektion: Sie erstreckt sich auf Flächen, von denen anzunehmen ist, dass sie mit erregerhaltigem Material kontaminiert wurden, ohne dass dies erkennbar ist. Flächen mit häufigem Handkontakt (z. B. Handläufe, Türklinken, Sanitärbereich) werden täglich, Flächen vor aseptischen Tätigkeiten (z. B. Stellen von Medikamenten, Wundversorgung) immer unmittelbar vor und nach der Tätigkeit desinfiziert.

    Gezielte Desinfektion: Gezielt sollten Desinfektionsmaßnahmen eingesetzt werden, wenn eine erkennbare Kontamination (z. B. mit Blut, Eiter, Ausscheidungen oder anderen Körperflüssigkeiten) vorliegt oder spezielle Erreger auftreten. Die Desinfektionsintervalle und -mittel sind im Hygieneplan festgehalten.

    Schlussdesinfektion: Sie wird durchgeführt, wenn ein Bereich (z. B. nach einem Ausbruchsgeschehen) so hergerichtet werden soll, dass andere Personen sich dort ohne Infektionsrisiko wieder aufhalten können.

  • Was muss ich beim Tragen von Handschuhen beachten?

    Zweckmäßige Handschuhe tragen

    Nur über saubere und trockene Hände ziehen

    Handschuhe gezielt tragen, bei Beschädigung wechseln

    Handschuhe nur so lange wie nötig tragen, spätestens nach 30 Minuten wechseln

    Bei Bedarf, vor allem bei längerem Tragen, Baumwollhandschuhe unterziehen

  • Was empfiehlt die BGW zum Arbeitsschutz?

    Tragen Sie bei der Arbeit keinen Schmuck

    Wechseln Sie möglichst regelmäßig zwischen Feucht- und Trockenarbeiten

    Desinfizieren Sie Ihre Hände, statt sie zu waschen

    Beachten Sie den Hautschutzplan

    Handschuhe nach spätestens 30 Minuten wechseln

    Beschädigte Handschuhe sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse sofort ersetzen

    Arbeiten Sie mit hautschädigenden Stoffen? Dann überprüfen Sie die Handschuhe vorher unbedingt auf mögliche Löcher oder Risse

    Unterziehhandschuhe aus Baumwolle wirken dem hautschädigendem Feuchtigkeitsstau  beim Tragen von Einmal-Handschuhen entgegen

  • Welche Empfehlungen gibt die BGW?

    Sind die Hände nicht sichtbar verschmutzt besser desinfizieren als waschen, da es
    schonender für die Haut ist

    Lauwarmes statt heißes Wasser zum Waschen verwenden

    Möglichst regelmäßig zwischen Feucht- und Trockenarbeiten wechseln pH-hautneutrale
    Waschlotionen nutzen

    Bei der Arbeit keinen Schmuck tragen

    Hautschutzplan beachten

    Vor Dienstbeginn sowie nach jeder Händewaschung Hände mit Schutzcreme eincremen, nach Arbeitsende mit einer Pflegecreme.

  • Was ist die BGW?

    Die BGW ist Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

  • Warum und wann desinfiziere ich meine Hände?

    Die hygienische Händedesinfektion gilt als wichtigste Maßnahme, um Infektionen zu verhindern. Das Ziel ist die Vermeidung der Übertragung von Infektionserregern durch die Abtötung bzw. Inaktivierung von krankheitsübertragenden Keimen auf der Haut.

    Damit die Händedesinfektion sicher rundum schützt, sollte sie im richtigen Moment und mit einer effizienten Einreibemethode durchgeführt werden. Und ganz wichtig: im Infektionsfall kommen spezielle Händedesinfektionsmittel zum Einsatz.

    Dann müssen Sie Ihre Hände desinfizieren:

    Vor Dienstbeginn

    Vor und nach allen pflegerischen Maßnahmen

    Vor Tätigkeiten, die aseptisches Arbeiten erfordern, (z. B. Bereitstellung von Infusionen,
    Stellung von Medikamenten)

    Vor und nach Kontakt mit Körperbereichen, die vor Kontamination geschützt werden
    müssen (z. B. bei der Wundversorgung)

    Nach Kontakt mit Körperflüssigkeiten

    Vor und nach dem Umgang mit Lebensmitteln

    Nach der Toilettenbenutzung

    Nach Dienstende

     

  • Wann und warum ist eine Händewaschung notwendig?

    Eine Händewaschung ist immer notwendig….
    … vor Dienstbeginn
    … bei sichtbarer Verschmutzung
    … bei Kontakt mit speziellen Erregern (z.B. Sporen)
    … nach Dienstende

    Eine Händewaschung ersetzt nicht die Händedesinfektion und ist notwendig für…
    … die Entfernung von Schmutz
    … die Entfernung von Sporen
    … die Reduzierung von Keimen

    Eine Händewaschung ersetzt nicht die Händedesinfektion!

  • Was sind Desinfektionspläne?

    Die Reinigungs- und Desinfektionspläne sind sogenannte »mitgeltende Dokumente« und daher Teil des Hygieneplans. Mit Hilfe der Pläne kann schnell nachgelesen werden, welche Bereiche, wann, wie und womit zu reinigen und zu desinfizieren sind. Außerdem ist der Aushang der Desinfektionspläne (bereichsbezogen) gesetzlich vorgeschrieben und wird regelmäßig bei den Prüfungen durch die zuständige Heimaufsicht bzw. den MDK kontrolliert.

  • Was ist ein Hygieneplan?

    Der Hygieneplan ist gesetzlich vorgeschrieben. Nach § 36 bzw. § 23 Abs. 5 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) hat eine Einrichtung im Hygieneplan die innerbetrieblichen Verfahrensweisen zur Eindämmung und Verhinderungen von Infektionen sowie die Gewährleistung von Hygienestandards zu regeln und zu dokumentieren.

    Diese schriftliche Dokumentation umfasst in der Regel zwischen 50 und 100 Seiten. Das gehört in einen Hygieneplan:

    * Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen
    * Schutzmaßnahmen für das Personal
    * Vorgehensweise im Falle einer Infektionserkrankung
    * Umgang mit potenziell kontaminierten Gegenständen
    * Umgang mit Abfällen

     

  • Was sind Produktdokumente?

    Hierbei handelt es sich um wichtige Unterlagen, die zum Teil für jede/n Mitarbeiter/in zugänglich oder für jeden sichtbar sein müssen.

    Wir unterscheiden zwischen Sicherheitsdatenblättern und Betriebsanweisungen.

    Sicherheitsdatenblätter:

    Für gefährlich eingestufte Stoffe und Gemische sind Sicherheitsdatenblätter erforderlich. Diese werden vom Lieferanten oder Hersteller zur Verfügung gestellt. Hier finden Sie u. a. Informationen über Inhaltsstoffe, Handhabung, Lagerung und Entsorgung sowie Hilfsmaßnahmen im Notfall. Die Sicherheitsdatenblätter, der von Ihnen genutzten Produkte, müssen für jede/n Mitarbeiter/in zugänglich aufbewahrt werden. ¹

    Betriebsanweisungen:

    Die Betriebsanweisungen informieren über mögliche Gefahren und entsprechende Schutzmaßnahmen und sind für jede/n Mitarbeiter/in zugänglich auszulegen oder auszuhängen. Zusätzlich ist eine Unterweisung vorgeschrieben. Die Betriebsanweisung ist von jeder Einrichtung selbst auf Basis des Sicherheitsdatenblattes zu erstellen und an die individuellen Gegebenheiten vor Ort anzupassen. ²

    Produktinformation:

    Produktinformationen geben einen Überblick über Eigenschaften, Anwendung, Dosierung, Einwirkzeiten, Inhaltsstoffe und Warnhinweise sowie erhältliche Gebindegrößen. Im Unterschied zu den beiden erstgenannten Dokumenten ist weder die Erstellung noch die Ablage vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

    ¹ gem. REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006
    ² gem. Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), insbesondere § 6, §14

  • Welche Aushänge müssen in einer Einrichtung vorhanden sein?

    Die folgenden Dokumente gehören in jede Einrichtung. Sie sollten jederzeit und für jeden einsehbar sein, einmal im Jahr aktualisiert und gegebenenfalls ergänzt werden:

    1. Hygieneplan
    2. Sicherheitsdatenblätter
    3. Betriebsanweisungen
    4. Reinigungspläne

    Der Aushang der folgenden Dokumente ist gesetzlich vorgeschrieben und wird regelmäßig bei den Prüfungen durch die zuständige Heimaufsicht bzw. den MDK kontrolliert:

    1. Desinfektionspläne (bereichsbezogen)
    2. Hautschutzplan

  • Wirkungsspektren gemäß RKI?

    Viruzid: Wirksam gegen behüllte und unbehüllte Viren.

    Begrenzt viruzid: Wirksam gegen alle behüllten Viren, wie Influenza (Grippe), HIV (Aids), HBV, HCV, Vaccinia (Pocken), BVDV (Pest).

    NEU: begrenzt viruzid PLUS: Wirksam gegen alle behüllten Viren und zusätzlich auch gegen Noro-, Rota- und Adenoviren (unbehüllte Viren).

    Empfehlungen des RKI: Wirkungsbereiche und Wirkungsspektren betreffen z.B. die Händehygiene, die Desinfektion von Flächen und Wäsche, Anforderungen an die Hygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten sowie Infektionsprävention in Heimen.

     

  • Wirkungsbereiche gemäß RKI?

    Wirkungsbereich A: Zur Abtötung von vegetativen Bakterien einschließlich Mykobakterien sowie von Pilzen und deren Sporen.

    Wirkungsbereich B: Wie Wirkungsbereich A, zusätzlich Inaktivierung von behüllten und unbehüllten Viren, wie Noro, Rota, Adeno, Polio und HBA. Daher spricht man hier auch vom Wirkungsbereich AB.

  • Was ist die RKI-Liste?

    Bei behördlich angeordneten Entseuchungen dürfen nur geprüfte und von den zuständigen Bundesoberbehörden bekannt gemachte Desinfektionsmittel und -verfahren verwendet werden (gem. § 18 IfSG). Die Mittel, die dafür angewendet werden können, werden vom RKI in einer Liste veröffentlicht.

    Wichtig: Alle Desinfektionsmittel für die routinemäßige Desinfektion sollten VAH-gelistet sein. Bei Ausbruchgeschehen und behördlich angeordneten Entseuchungen sind Mittel aus der RKI-Liste zu verwenden.

  • Was ist die VAH-Liste?

    Die Desinfektionsmittel-Liste des VAH ist eine Empfehlung für wirksamkeitsgeprüfte Produkte zur prophylaktischen oder routinemäßigen Desinfektion. Sie enthält Desinfektionsmittelverfahren sowie eine alphabetische Auflistung der Präparate inklusive Wirkstoffbasis, Einwirkzeiten und Konzentrationen.

    Wichtig: Alle Desinfektionsmittel für die routinemäßige Desinfektion sollten VAH-gelistet sein. Bei Ausbruchgeschehen und behördlich angeordneten Entseuchungen sind Mittel aus der RKI-Liste zu verwenden.

  • Welche hygienerelevanten Verordnungen gibt es?

    HYGIENERELEVANTE VERORDNUNGEN

    Biostoffverordnung (BioStoffV)
    Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
    Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV)
    Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)
    Trinkwasserverordnung (TVO, TrinkwV)
    Verordnungen (EG) 852/2004 und 178/2002
    Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV)

  • Welche hygienerelevanten Gesetze gibt es?

    HYGIENERELEVANTE GESETZE:

    Sozialgesetzbuch V und XI (SGB)
    Ländereigenes Heimrecht (Wohn- und Teilhabegesetz)
    Infektionsschutzgesetz (IfSG)
    Medizinproduktegesetz (MPG)
    Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
    Arbeitssicherheitsgesetz (ArbSichG)
    Arzneimittelgesetz (AMG

  • Was ist die Heimaufsicht?

    Die Heimaufsicht ist die dem Heimbewohner dienende Überwachung von Heimen für volljährige, pflegebedürftige oder behinderte Menschen durch eine staatliche Stelle. Die Heimaufsicht kontrolliert, ob das Heim die Anforderungen des Heimrechts an den Betrieb eines Heimes erfüllt. Die Heimaufsichtsbehörde prüft jedes Heim grundsätzlich mindestens einmal im Jahr. Prüfungen können jederzeit angemeldet oder unangemeldet erfolgen, finden jedoch meistens unangekündigt statt.

  • Was ist der MDK?

    Neben dem betriebsinternen Qualitätsmanagement werden Pflegeheime von der zuständigen Heimaufsicht sowie vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) kontrolliert.

  • Welche Handschuhe muss ich wann verwenden?

    Bitte beachten Sie unseren Handschuhplan, der Ihnen Anwendungshinweise und Einsatzgebiete aufzeigt.

    Generell gilt:

    – Zweckmäßige Handschuhe und für die Tätigkeit korrekte Handschuhe tragen

    – Nur über saubere und trockene Hände ziehen

    – Handschuhe gezielt tragen, bei Beschädigung wechseln

    – Handschuhe nur so lange wie nötig tragen, spätestens nach 30 Minuten wechseln

    – Bei Bedarf, vor allem bei längerem Tragen, Baumwollhandschuhe unterziehen